In Sachen Drogenprävention in Schulen ziehen im Rhein-Hunsrück-Kreis seit 2020 vier Institutionen erfolgreich an einem Strang: die Jugendsuchtberatung der Diakonischen Werke, das Deutsche Rote Kreuz, die Polizei und die Führerscheinstelle der Kreisverwaltung.
Das gemeinsame Projekt richtet sich an weiterführende Schulen, genauer gesagt ab Klassenstufe 7. Mit von der Partie waren in diesem Schuljahr bislang Schulen in Kirchberg, Kastellaun, Simmern und Sohren. Junge Menschen hatten - wie zuletzt an der KGS Kirchberg - einen Tag lang die Gelegenheit, sich in vier Modulen auf unterschiedliche Weise dem Thema Drogenprävention zu nähern.
Bei Tatjana Jenke vom DRK-Kreisverband Rhein-Hunsrück e.V. erfahren die Teilnehmenden nicht nur relevante Inhalte der Ersten Hilfe, wie etwa stabile Seitenlage, Notruf oder Betreuung. Es soll auch die Angst vor Konsequenzen abgebaut werden. “Es ist im Notfall wichtig, rechtzeitig Hilfe zu holen, auch wenn es dann die Eltern erfahren.”
Auch Sozialarbeiterin Jennifer Konrath-Schmitt (Gemeinsame Diakonische Werke Rheinland-Süd gGmbH) findet das Präventionangebot der Projektkombination sehr gelungen, die Schülerinnen und Schüler würden ganzheitlich aufgeklärt. “Durch meine Aufgabeschnittstellen der Suchtberatung und der Suchtprävention haben wir jederzeit die Möglichkeit, das Projekt auf neue Konsumtrends der Jugendlichen umzustellen.” An den Projekttagen komme sehr oft heraus, dass die Schüler zuvor noch nie ein Gespräch über Drogen und sonstige Aufklärungsarbeit geführt hätten. “Grundsätzlich finde ich diesen Trend sehr erschreckend. Eltern sollten mit ihren Kindern über die Tabu-Themen sprechen, damit sie bessere Entscheidungen treffen können. Und falls sie konsumiert oder getrunken haben, den Mut finden, ihre Eltern anzurufen, um Hilfe zu holen.” Außerdem betont die Jugendsuchtberaterin: “Wir sind fast einzigartig in Deutschland. Es gibt ein paar weitere Bundesländer und Kreise, die die Kombi anbieten, aber nicht in unserem Ausmaß.”
"Die Projekttage sind für uns eine gute Möglichkeit, um mit den Schülerinnen und Schülern über die polizeiliche Sicht auf Alkohol und Drogen ins Gespräch zu kommen”, sagt Michael Napalowski von der Polizeiinspektion Simmern. Meist komme die Polizei erst dann ins Spiel, wenn etwas vorgefallen sei. “Während unserer Zeit in den Klassen haben wir jedoch die tolle Möglichkeit, in ruhiger und offener Atmosphäre Prävention zu betreiben."
Kira Krysa von der Führerscheinstelle des Rhein-Hunsrück-Kreises ist ebenfalls von der Sinnhaftigkeit des Präventionsprojekts überzeugt: "Nach der engagierten Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler bin ich überzeugt, dass die Jugendlichen einige wertvolle Erkenntnisse gewinnen konnten. Besonders die Einsicht, dass polizeiliche Auffälligkeiten im Jugendalter die Erlangung der Fahrerlaubnis bereits lange vor dem Beginn der Fahrschule gefährden können, hat bei vielen für Erstaunen gesorgt."